Sich auf die Arbeiten von Jordan, Noack und Olson stützend, schuf Neville Thiele sein elektromechanisches Ersatzschaltbild des ventilierten Lautsprechers:

Dieses Modell beinhaltet die elektrische, mechanische und akustische Nachildung des gesamten Lautsprechers. Der Index a (z.B. in
) bezeichnet das akustische Verhalten des Ersatzschaltbildes. Der Index s (z.B. in
) steht für speaker, also Lautsprecherchassis. Für box (Gehäuse) wird das b verwendet und p oder v steht für port oder vent, womit das Bassreflexrohr gemeint ist.
Um ein einheitliches Modell zu erhalten werden folgende Transformationsgleichungen benutzt:
Mechanische Impedanz: 
Elektrische Impedanz: 
Akustische Impedanz: 
Dieses Ersatzschaltbild wird nun mit den folgenden Vereinfachungen umgebaut:

und
können vernachlässigt werden.
und
werden aufgrund ihrer, im Vergleich zum Chassis, hohen Güte vernachlässigt.
und
werden zu: 

Es ergibt sich das vereinfachte akustische Ersatzschaltbild nach Thiele, auf dessen Basis das mathematische Modell begründet ist:

Aufgrund der 4 Reaktanzen im Ersatzschaltbild, handelt es sich um einen Filter 4. Ordnung. Für einen Tiepassfilter lautet die allgemeine Form:

Die Transformation vom Tiefpass− zum Hochpass−Filter erfolgt über: 
Eingesetzt ergibt dies folgende Gleichung: 
Mulitpliziert mit
ergibt sich:
(1)
Mit
,
und
ergibt sich der komplexe Frequenzgang:

Aufgeteilt nach Real- und Imginärteil:

Wird der Betrag gebildet ergibt sich dieses Aussehen: 
Das Quadrat des Nenners wird nun aufgelöst: 


Die Klammerausdrücke werden ersetzt durch:
(1a)
Somit erhält die umgeformte Hochpass−Formel folgendes Aussehen:
(2)
Die Gleichung (2) wird auf das vereinfachte Ersatzschaltbild von Thiele angewandt. Sie sieht mit den eingesetzten Werten so aus:
(3)
Mit den Umwandlungen:
sowie
und
ergibt sich die vereinfachte Gleichung (4):
(4)
| Durch einen Koeffizientenvergleich mit Gleichung | ![]() ![]() |
, lassen sich so die Werte für und bis bestimmen. |

Letztes Update: 12. Mai 2011